19.1.06

Ich weiß, dass Thema hatte ich schon...

... aber trotzdem:
bei Herrn Scholz findet ihr einen netten Brief, der uns die Meinungsfreiheit abspricht. Was ich toll finde ist, dass ich nur dann meine Meinung äußern darf, wenn ich ein Leser- oder Zuhörerschaft nachweisen kann. Selbstgespräche sind aber schon erlaubt, oder? Aber wer die BILD-Zeitung als Auftraggeber hat, bildet sich wahrscheinlich umso schneller ein, dass die Masse der Leser, was über die Qualität aussagt.
Ich frage mich bloß die ganze Zeit, wo ich diesen Vergleich mit den Klotüren des Internets schonmal gelesen habe.

Dann gibt es auch noch die Gegenkampagne zu "Du bist Deutschland", namens "Das ist Deutschland" Die finde ich zwar seltsam und nicht wirklich überzeugend, aber immerhin teilen sie mein Schicksal, weil sie für's Faxe verschicken abgemahnt wurden.

Dann gibt es auch noch den Artikel der Süddeutschen, die über die Bedeutung von blogs schreibt. Da ich gerade etwas Studium-gespoiled bin, frage ich mich, ob irgendwer über blogs forscht. Also ich fänd es nen spannendes politikwissenschaftliches Thema, ist in solchen Fällen schließlich nichts anderes als ne moderne Form von Partizipation. Früher hat man halt anders protestiert.

3 Comments:

Anonymous persi said...

"Was ich toll finde ist, dass ich nur dann meine Meinung äußern darf, wenn ich ein Leser- oder Zuhörerschaft nachweisen kann."
"Darf"? Das ist denke ich Schwachsinn. Interessant finde ich da schon eher die Frage, ob eine Äußerung eine Meinungsäußerung ist, wenn man keine Leser-/Zuhörerschaft hat!

6:57 nachm.  
Blogger Fireball said...

Wir sind halt alle ne Klowand. Dafür kriegt der nette Herr von Matt sicher Magengeschwüre, wenn er sieht, wie die Blogger eine Beleidigung verspotten.

Ich weiß nicht, ob es schon Blog-spezifische Forschung gibt, aber die anderen Medien laufen in Punkto Blogs ja manchmal schon fast Amok. Siehe auch manchmal "Rebellen ohne Markt".

9:48 nachm.  
Anonymous Libertas said...

Ich habe einmal Deinen Eintrag vom letzten November zur Kampagne gelesen. Nun kann man sich trefflich streiten über Aufmachung, Gestaltung, Wortwahl etc. der Kampagne, aber das ist nicht mein Thema. Interessanter finde ich die Resonanz, auch Deine.

NTess, Du bist Deutschland! Oder soll ich sagen „typisch deutsch“? Du bist, nehme ich an, in Deutschland aufgewachsen, Deine Eltern haben für Dich von deutschen Steuerzahlern Kindergeld erhalten, so wie Du jetzt einen vom deutschen Steuerzahler mitfinanzierten Studienplatz inne hast. Und wenn Du, was ich Dir nicht wünsche, nach Deinem Studium keine Arbeit finden solltest, wirst Du es wohl für selbstverständlich halten, aus deutschen Steuergeldern Deinen Lebensunterhalt finanziert zu bekommen. Du hast auch einen deutschen Paß und wirst vielleicht einmal im Ausland auf deutsche Unterstützung angewiesen sein. Du bist also „mehr“ Deutschland als Europa oder Weltbevölkerung, so wie Du zu Deiner Familie oder Deiner Jugendgruppe gehörst und Dich damit schon von anderen Familien und Gruppen abgrenzt. Wenn Du nicht Deutschland sein willst, solltest Du Dich konsequenterweise aus der deutschen Gesellschaft verabschieden.

Übrigens, wenn ich auf die Homepage der Kampagne gehe, lächelt mir doch ein Afrikaner (deutscher Staatsbürger) entgegen. In Deinen Fragen sind schon Unterstellungen enthalten, die die Kampagne überhaupt nicht triffen. Was bezweckst Du also damit? Wahrscheinlich ist es eine Ausprägung einer Geisteshaltung, die Deutschland und die Deutschen den anderen in der Welt noch immer unheimlich macht: Wenn „typisch neuseeländisch“ oder „typisch französisch“ gesagt wird, dann ist das positiv besetzt. Nur „typisch deutsch“ ist negativ gemeint. Außerhalb von Deutschland versteht so etwas so recht niemand, und was nicht verstanden wird, davor bekommt man gelegentlich auch Angst. Wer sich selbst nicht auch positiv sehen kann (als Deutsche/r), wird dies letztlich ebenfalls anderen gegenüber nicht tun oder aber, es wird ihr/m nicht abgenommen.

Apropos Nationalismus: keine andere Gesellschaft wie die deutsche hat sich damit auseinandergesetzt. Da gibt es gefährlicheres, zum Beispiel wenn zu hören ist, „der Sozialismus ist eigentlich eine gute Idee“ oder ähnliche Sprüche jenseits von Geschichte und Realität.

2:13 nachm.  

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